Berliner Tageblatt - Europäische Spitzenpolitiker stellen sich nach Eklat im Weißen Haus hinter Ukraine

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Europäische Spitzenpolitiker stellen sich nach Eklat im Weißen Haus hinter Ukraine
Europäische Spitzenpolitiker stellen sich nach Eklat im Weißen Haus hinter Ukraine / Foto: © AFP

Europäische Spitzenpolitiker stellen sich nach Eklat im Weißen Haus hinter Ukraine

Nach dem Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj haben sich zahlreiche europäische Spitzenpolitiker an die Seite der Ukraine gestellt. "Sie sind nie allein", schrieben EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Antonio Costa an Selenskyj gerichtet am Freitagabend im Onlinedienst X.

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"Seien Sie stark, seien Sie mutig, seien Sie furchtlos", ergänzten die EU-Spitzen. "Wir werden weiterhin mit Ihnen für einen gerechten und dauerhaften Frieden arbeiten".

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron mahnte zu Respekt für Selenskyj und die Ukraine. "Es gibt einen Aggressor, und das ist Russland, und es gibt ein angegriffenes Volk, und das ist die Ukraine", sagte Macron am Freitagabend am Rande eines Staatsbesuches in Portugal. Macron rief dazu auf, "diejenigen zu respektieren", die seit Kriegsbeginn kämpften.

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot ergänzte im Onlinedienst X, Europa müsse angesichts der russischen Aggression für die "gemeinsame Sicherheit" zusammenstehen. "Die Zeit der Worte ist vorbei, lasst Taten folgen", schrieb Barrot.

Der polnische Präsident Donald Tusk sicherte Selenskyj und der Ukraine Polens Solidarität zu: "Lieber @ZelenskyyUa, liebe ukrainische Freunde, ihr seid nicht allein", schrieb er am Abend wenige Minuten nach Selenskyjs vorzeitiger Abreise aus dem Weißen Haus.

Ähnlich äußerte sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). "Die Ukraine ist nicht allein", schrieb sie auf Englisch in Onlinenetzwerken. "Die Ukraine kann auf die unerschütterliche Unterstützung Deutschlands, Europas und darüber hinaus zählen." Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte, niemand wolle "Frieden mehr als die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine". Das Land könne sich auf Deutschland und Europa verlassen.

US-Präsident Trump und der ukrainische Staatschef waren zuvor bei einem Treffen im Weißen Haus mit Blick auf den Ukraine-Krieg vor laufenden Kameras heftig aneinandergeraten. Die eigentlich geplante Unterzeichnung eines Rohstoffabkommens fand nicht statt, eine Pressekonferenz wurde abgesagt.

Trump warf Selenskyj bei dem Treffen unter anderem mangelnde Dankbarkeit für die US-Militärhilfe angesichts des russischen Angriffskrieges vor. Anschließend schrieb der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social, Selenskyj habe "die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrem geliebten Oval Office missachtet". Selenskyj sei "nicht zu einem Frieden bereit" und dürfe erst dann zurückkommen, wenn er es sei.

W.Lapointe--BTB